Reisebericht 3. Abschnitt . 8.Etappe                          Von  Mauritius nach Süd Afrika                                zurück  Karte

 
 
Port Louis die Hauptstadt von Mauritius  hat eine kleine und schöne Marina, die uns bis Freitag den 26.10 ohne eine Gebühr zu verlangen, einen sicheren Liegeplatz gegeben hat. Birgit ist auch gleich in ein Krankenhaus gefahren, um Ihr Blinddarmproblem untersuchen zu lassen. Genau wie in Darwin ( Australien) konnte der Arzt nichts feststellen. Die Untersuchung wurde in dem modernen und über den europäischen Standard  liegendem  Krankenhaus gewissenhaft durchgeführt.  Wer sich für Kosten interessiert, Birgit brauchte für den Arzt und die Sonographie  nur 45 Euro bezahlen. 
Mauritius besteht aus einer Hauptinsel und einigen kleinen unbewohnten Inseln. Mauritius ist in etwa so groß wie Rügen und Hiddensee zusammen, hat aber ca. 1,3 Mill.. Einwohner, die aus dem asiatischen ,afrikanischen und europäischen Raum eingewandert sind.. Birgit und ich sind auf unserer ersten Inseltour an die Westküste gefahren um endlich mal wieder Baden und Schwimmen zu gehen. Wir haben kilometerlange durch vorgelagerte Riffe  ( auch vor Haien) geschützte Sandstraende gesehen. Die wie eine Perlenschnur angeordneten  Hotelanlagen - alle großen Hotelketten dieser Welt sind vertreten- machen uns klar, der Tourismus ist einer der wichtigsten Einnahmequellen. Der Strand ist für alle frei zugänglich und die Gebäude sind nicht höher als die Bäume. Mit dem Bus ( es gibt keine Eisenbahn) und einem Fahrpreis von 2 Euro pro Person,  lässt sich das Innere der Insel sehr gut erkunden.   Links und rechts der Strasse zeigen uns Zuckerrohrplantagen, dass der Anbau von Zucker sich wohl doch noch rentiert. Edelsteinschleifereien, so erzählte der Busfahrer, haben zugenommen . Die Steine kommen aus Afrika und werden hier zu edlem Schmuck verarbeitet. Immer wieder trafen wir auf unseren Inseltouren deutsche Touristen . Die wunderschöne Landschaft. die günstigen Preise, die englisch und franzoesisch sprechenden Menschen ,laden gerade dazu ein hier Urlaub zu machen. Wir aber müssen weiter , der Liegeplatz in  La Reunion ist ab Sonnabend  reserviert .Birgit  holt noch schnell Ihre Herztabletten- ohne Rezept und zu 10 % des deutschen Preises- und deckt sich für die nächsten Monate ein. Am Freitag um 12 Uhr lösen wir die Leinen und verlassen den Hafen von Port Louis. Mauritius das steht fest, war ein  bleibendes Erlebnis unserer Reise. 

Bild oben Links   :  die Juba vor Port Louis
Bild oben Mitte   :  eine der zahlreichen Einkaufsstrassen 
Bild oben Rechts :  Gemüsemarkt, hier gibt es alles wirklich alles
Bild unten Links   : kilometerlange Sandstrände an der Westküste
Bild unten Mitte   : Vulkanberge sind ein angenehmer und kühler Ausgleich zu den Stränden
Bild unten Rechts : die Vertreter der fünf großen Religionen auf Mauritius geben uns am Freitag kurz vor dem Start nach La Reunion ihren Segen.

Die Überfahrt nach La Reunion ( ca. 130 sm) war  zum Anfang von einer  hohen Kreuzsee aber ohne Wind gekennzeichnet. Am Sonnabend gegen 10 Uhr hat die Juba in Le Port festgemacht. Eine Woche La Reunion bleiben uns ,um die Insel kennen zulernen und die Juba auf den wohl schwierigsten Törn unserer Reise vorzubereiten. Unsere erste Inseltour machte eines deutlich, wir sind nicht in der dritten Welt gelandet sondern in Europa. Ca. 800 Tausend Menschen brauchen ca. 500 Tausend Autos. Viele kilometerlange Strassen, Autobahnen und Tunnel und eine moderne Infrastruktur um hier  leben zu können. Der Euro ist Zahlungsmittel dieser französischen Überseeregion. Die Insel  La Reunion ist in etwa genauso groß wie Mauritius, hat aber leider nicht so schöne Strände und fast überall besteht Haiwarnung. Evi und Christiane sind fast jeden Tag mit anderen Seglern auf Inseltour gegangen und haben uns abends Ihre Erlebnisse erzählt. Birgit und ich haben die Juba auf die Reise nach Süd Afrika vorbereitet. Man kann hier fast alle Ersatzsteile bekommen , aber es ist alles sehr sehr teuer. Der Segelmacher sagte mir, dass die Lebenshaltungskosten auf der Insel sehr hoch sind. Ich habe Ihm das lächelnd bestätigt , denn unsere Bordkasse muss hier auf La Reunion mehrere Löcher bekommen haben. Trotzdem ,die Freundlichkeit der Menschen und der europäische Standard aber auch die Nähe zu Madagaskar und Afrika machen einen Stop auf La Reunion sinnvoll. Wir starten am 03.11. in Richtung Süd Afrika unser Ziel ist  die 1380 sm entfernte Richard Bay.    
Bild oben Links    :  Vulkankrater auf 2635 m Höhe, dieser Vulkan ist 2007 das letzte mal ausgebrochen,
Bild oben Mitte    :  Vulkankrater , ein gut funktionierendes Warnsystem zeigt jede kleinste Bewegung an .
Bild oben Rechts: :  Vulkanberge 
Bild mitte Links    :  Westküste
Bild mitte Mitte    :  ab Mittag sind die Bergspitzen nicht mehr zu sehen. 
Bild mitte Rechts  :  modernes Dorf
bild unten Links    :  Marina mit allem drum und dran
Bild unten Mitte   :  Christiane in ihrem Lieblingscafe
Bild unten Rechts :  Natascha  zeigt Eva und Birgit Reunion
 
Dienstag 12.11.2012 , wir laufen nach neun Tagen auf See  in die Marina des Zululand Yachtclubs in  Richards Bay ein. Wir wussten, dass dieser Törn schwierig werden kann .In Südafrika ziehen viele Tiefdruckgebiete von West nach Südost in einem Abstand von 3 Tagen, dazu kommt eine starke Strömung des Aaguhalstroms (bis 6 Kn) von Nord nach Süd .Bei Starkwind baut sich eine hohe Welle auf, die sogar den großen Frachtern gefährlich wird. Unsere Bedingungen waren nicht einfach aber die Juba hat es gut bewältigt. Teilweise hatten wir 40 Knoten Wind und eine ungenehme Welle von 3 bis 4 m. Wir waren sehr froh als wir in der Marina waren. Unsere Crew wurde mit einer Flasche Sekt  freundlich begrüßt .Zwei Tage später ging es mit dem Jeep in den Zulunationalpark und wir wurden für unsere Anstrengungen belohnt. Es war so beeindruckend die Tiere so nahe zu sehen. Vor unseren Augen standen Giraffen ,Elefanten, Antilopen, Nashörner ,Zebras und Büffel ,leider kein Loewe oder Leopart. Na ja ,man kann ja nicht alles haben. Wir sind ja noch länger in Südafrika und es gibt noch andere Parks. Wir freuen uns schon besonders auf Cape Town.
Bild oben links  : Willi von der Mr. .Blues  und die weibliche Crew der Juba

 
Wir haben Durban erreicht. Der 90 sm Törn war auf Grund der Wetterbedingungen gut. Nun warten wir auf ein Wetterfenster ( wahrscheinlich Dienstag den 27.11.) um nach East London zu segeln. 
Heute ist der 06.12.2012 nach zwei Versuchen nach East London zu segeln, versuchen wir es morgen erneut. Beim ersten Versuch hatte uns Klabauti schmutzigen Diesel in die Kanister ( wahrscheinlich hat er es in Bali gemacht) eingefüllt.  Der Diesel hatte eine schwarz-braune Farbe. Der Motor rauchte wie eine alte Dampfmaschine und die Geräusche waren beängstigend.. Umdrehen und zurück in den Hafen. Bei der genauen Prüfung stellte sich heraus das die Lichtmaschinenaufhängung am Motorblock ebenfalls gebrochen ist. Der Motormechaniker, diesmal konnte ich die Reparatur nicht selber ausführen, nannte es ein allgemeines Volvo Penta  Problem. Nach erfolgreicher Reparatur, frischem Diesel und drei Tage auf gutes Wetter warten ,erlaubte uns Petrus ein Wetterfenster von 44 Stunden um nach East London zu kommen. Das müsste für die 250 sm  eigentlich reichen. Nach dem  Birgit uns bei den zahlreichen Behörden erneut abgemeldet hatte, konnte die Juba bei eigentlich guten Wetterbedingungen den Hafen verlassen. Nach  vier Stunden  war der Agulhasstrom erreicht . Jetzt  segelten wir mit ca. 9 Kn ( SOG) in Richtung East London. Gegen  13 Uhr ließ der Nordostwind nach und das Barometer viel im rasantem Tempo. Wenn das Barometer fällt , gibt es meistens Wetteränderungen .Der  Wind dreht auf Süd und die Windwellen stellen sich gegen den Nordsüdstrom. Unter südafrikanischen Seglern gilt die Wild Coast ,die Strecke von  Durban nach East London als sehr gefährlich. Ich habe sofort den Kurs in Richtung Küste geändert, um die Kontinentalschelfkante ( 200 m Linie) so schnell wie möglich zu passieren.  An der 200 m Linie können bei starkem Südwinden gewaltige Wellen entstehen .Der Winddreher ist nicht gekommen . Da  East London auch nicht mehr zu erreichen war, lag die Juba nach fünf Stunden  wieder in Durban. Der zweite Versuch endete mit einem wunderbaren Abendessen im Royal Natal Yacht Club.  Evi  und Christiane haben beschlossen einen Flug nach Kapstadt zu buchen. und dort auf uns zu warten. Da Evis Sohn nach Kapstadt kommt und Christiane am 21.12.nach Deutschland fliegt ist das die beste Lösung 
Der dritte Versuch nach East London zu kommen , hat geklappt. Am Sonntag den, 9.12 sind wir ausgelaufen und haben die 250 sm in 36 Stunden geschafft. Die Nacht war nicht langweilig, ein Gewitter folgte dem anderem. Als eines der Gewitter genau über uns war und die Blitze in Sekundenabständen den Himmel erleuchteten, gingen Birgit und ich nach unten in den Salon. Die Juba lief unter Motor und der Autopilot steuerte uns in Richtung East London. Wo sollten wir auch hin, es blitzte überall. Birgit hasst Gewitter ( ich auch) nur ein Skipper muss immer und für alles eine Erklärung haben. Ich erzählte Birgit, dass die Wahrscheinlichkeit auf See von einem Blitz getroffen zu werden eher ein Zufall ist, da der Mast nicht wie ein Blitzableiter an Land wirkt , auch wenn er der höchste Punkt in der Umgebung ist. Woher ich das weiß fragte Birgit,-  na von Klabauti. Nach dem wir eine Nachtpause im Hafen von East London eingelegt hatten , ging es gleich weiter nach dem 130 sm entfernten Port Elizabeth . Beide Häfen sind für einen Törn an der afrikanischen Küste wichtig, sie laden aber nicht zum Verweilen ein. Bis Kapstadt sind es noch rund 400 sm. Das Wetter an der Südspitze- dem Kap der Guten Hoffnung- wird stark von Drucksystemen beeinflusst. Es ist  ein bisschen wie russisch Roulett und ein starker Südwestwind oder schlimmer Sturm kann hier die Hölle sein. Bis Kapstadt  braucht die Juba drei Tage. Ein Wetterfenster von vier Tagen wäre gut.  Am 13.12. gab uns Petrus die Starterlaubnis. Am Morgen hat die Juba, nach gründlicher Reinigung - im Hafen wird Mangan verladen- Port Elizabeth verlassen. Bei guten Bedingungen und immer so ein komisches Gefühl im Magen sind wir in Richtung Kapstadt aufgebrochen. Unter Segel und Motor  erreichten wir im Durchschnitt 8 Kn. Der erste Höhepunkt  war am Sonntag um 6.15 Uhr, und das hat uns sehr glücklich gemacht. Das Kap Agulhas ,der südlichste Punkt Afrikas und unserer Weltumseglung , wo der indische und der atlantische Ozean aufeinandertreffen .wurde passiert. Gegen 17 Uhr das Kap der guten Hoffnung auf der Steuerbordseite wird sichtbar .  Ein Traum ist war geworden . Die Südspitze Afrikas ist umrundet.. Gegen 22 Uhr laufen wir in die Houtbay Marina ein, die für 14 Tage  uns einen ruhigen und angenehmen Liegeplatz bietet. Die Liegeplätze  in der City von   Kapstadt sind uns zu laut , ja und die Houtbay Marina ist ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungsreisen. Seit Sonntag den 30.12 liegen wir im Zentrum von Kapstadt, direkt unter dem Tafelberg.
Seit drei Tagen stürmt es mit 50 Kn. Wenn Birgit duschen geht , so hat Klabauti empfohlen, trägt sie in jeder Hand einen Eimer voll Wasser, um nicht vom Pontonsteg gefegt zu werden. Am  Sonnabend den 5 Januar geht es auf nach St. Helena und Brasilien.
Bild oben Links   :  Das Kap der guten Hoffnung
Bild oben Mitte   :  Kapstadt- Blick vom Tafelberg
Bild oben Rechts :  Kapstadt- Blick vom Schiff , oben Mitte der Tafelberg
Bilder unten         :  Robben und Pinguine leben von dem Fischreichtum Südafrikas. In jedem Hefen liegen die Robben auf den Kaimauern und warten auf die Fischerboote
 
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